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Schafgarbe
Achillea millefolium

Im gesamten Europa wächst Du. Äußerst genügsam überdauerst Du Kälte und Hitze.
Du wächst auf trockenen Wiesen und an Wegen, auf Feldrändern, Brachen, an Hecken und auf Schuttplätzen. Zu viel Nässe magst du nicht.
Während des Sommers hast Du viel Wärme getankt. Nach den ersten Frösten stehen immer noch einige Deiner weißen Blüten aufrecht im welken Gras.
Deine zartgliedrigen Blättchen - millefolium - Tausendblatt, ”Augenbraue der Aphrodite”, werden sie auch genannt, sind in Wirklichkeit nicht zart. Pflücke ich eines Deiner Blättchen und streichle damit über meine Wange, spüre ich, wie borstig rauh es ist. Überhaupt hast Du erstaunliche Durchsetzungsstrategien. Ich bewundre Dich, wie viele Ausläufer Du in kurzer Zeit, in steiniger Erde und trotz Trockenheit bildest.
Im Frühling, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Erde erwärmen, sind auch schon Deine Blattrosetten bald da. Du siehst dann sehr verletzbar aus. Ich pflücke immer nur 1 bis 2 Blättchen von jeder Deiner Rosetten für unseren Frühlingssalat. Du sollst nicht durch mich leiden. Ich danke Dir für Deine Gabe, für die Kräfte, die Du mir und meiner Familie schenkst.
Ich wünsche, es möge Dir gut gehen. Später, von Mai bis in den Oktober hinein, sollst Du ja aus Deiner Blattrosette harte zähe Stengel herauswachsen lassen zu Blütenschirmen mit den würzig duftenden weißen Blütenköpfchen, von denen jedes einzelne wiederum ein ganzer Blütenkorb ist. Du hast in allen Deinen Pflanzenorganen eine Vielzahl von Wirkstoffen. Hauptsächlich in den Blütenköpfchen befindet sich ätherisches Öl mit dem Hauptwirkstoff Cham-Azulen, ähnlich dem der Kamille. Dieses azurblaue Öl kann erst durch Wasserdampfdestillation gewonnen werden. Es wirkt entzündungshemmend, schleimhautberuhigend und krampflösend. Der Bitterstoff Achillein wirkt anregend und tonisierend, sowohl auf die Schleimhäute und die Muskulatur, als auch auf das Gefäßsystem. In der Kombination Deiner Inhaltsstoffe liegt eine seltene und große Kraft: Du wirkst einerseits entzündungshemmend und entkrampfend und andererseits anregend und tonisierend. Besonders günstig ist Deine krampflösende Wirkung auf das Kreislaufsystem und die Arterien. Deine entkrampfenden Fähigkeiten sind eine Wohltat für die Gebärmutter, weil sie deren Durchblutung verbessern. Dich verwenden viele Menschen bei Angina pectoris, der so schrecklich schmerzhaften “Herzenge”, bei Durchblutungsstörungen in den Beinen - dem intermittierenden Hinken, bei inneren Blutungen aller Art, bei Hämorrhoiden und Krampfadern, Magen-Darm-Koliken, Menstruationsbeschwerden und Atemwegserkrankungen.

Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) sagt von Dir:
“Die Schafgarbe ist etwas warm und trocken und sie hat gesonderte und feine Kräfte für Wunden. Wenn ein Mensch durch einen Unfall verwundet ist, soll man, nach Auswaschen der Wunde mit Wein, (Wundalkohol), Schafgarbe leicht in Wasser kochen und das Wasser etwas ausdrücken und sie so noch warm zart über den Verband binden, der auf der Wunde liegt, und so nimmt es der Wunde das Eitern und Geschwürigwerden und heilt die Wunde. So verfahre man oft, solange nötig. Wenn sich die Wunde zusammenzieht und zu verheilen anfängt, dann kann man den Verband entfernen und die (gekochte/warme) Schafgarbe direkt auf die Wunde legen, und sie heilt noch komplikationsloser und vollkommener. Wer (durch Unfall) eine innerliche Verletzung erlitt, so daß er geprügelt oder innerlich verletzt wurde, der pulvere die Schafgarbe und trinke das Pulver in warmem Wein bis zur Heilung.”
Du enthältst mehr als vierzig Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Gerbstoffe, Bioflavonoide, ätherische Öle, habe ich in “Große Hildegard-Apotheke” von Dr. Gottfried Hertzka und Dr. Wighard Strehlow gelesen.
Du bist, wie Deine wilden Pflanzengeschwister, ein Geschenk von Mutter Erde.

Vor vier Wochen wurde Max geboren. Max ist ein Kamerunschafböckchen. Er hat noch einen Zwillingsbruder. Während Mama Kamerun-Schaf mit der Geburt des Brüderchens beschäftigt war, lief das neugierige Mäxchenin die Herde. Als es wieder zurückkehrte, nahm es die Mama nicht mehr an. Max hatte den Geruch der Herde angenommen, noch ehe die Mutter seinen ursprünglichen Geruch hatte wahrnehmen können. In der Natur soll es auch so sein, sagte der Schäfer. Die Muttermilch reicht nur für ein Junges - also muß das erste sterben. Zufällig erfuhr Malte, unser Sohn davon. Nach Anhörung des “Familienrates” wurde das Böckchen geholt, bekam den Namen Max und alle 3 Stunden rund um die Uhr die Flasche: Erstlingsnahrung Milasan, manchmal auch Ziegenmilch. Max hatte zeitweise Durchfall, was ja nicht verwunderlich war, wegen der nicht ganz stimmigen Nahrung. Außerdem habe ich ihm die Nahrung klumpig zubereitet, als ich einmal zum Max- und Enkelkinderhüten in Miltern war.
Ich habe nicht bemerkt, daß der arme kleine Kerl nichts durch den Nuckel saugen konnte. Ich glaubte, Max würde wegen Ernährungsstörung sterben. Zwar habe ich vier Kinder großgezogen, aber keine Flasche zubereitet. Malte hat dann alles wieder gut gemacht. Zwischendurch knabberte Max immer wieder an Schafgarbe und der Durchfall verging. Niemand hatte es Max beigebracht. Er “wußte”, was ihm helfen würde. Er hatte eine große Pflanzenvielfalt zur Auswahl auf dem großen Grundstück. Sein Instinkt sagte ihm, daß er Dich brauchte. Max “wußte” aber noch andere lebenswichtige Dinge, nämlich daß Mamas Euter mit dem Lebenselixier oben zwischen ihren Beinen ist. Also suchte Max bei Mamma-PappaMalte >>“Mappa” auch; Indem er mit seinem Schnäutzchen am Bein entlang schnupperte. Er suchte aber nicht nur bei Mappa, manchmal auch am Tischbein - sein Instinkt sagte ihm eben, daß am oberen Ende von etwas Langem Dünnen das köstliche Naß ist.
Ich habe Tee aus Dir bereitet und ihn getrunken, ein Schafgarbe-Bad genossen, mich mit Schafgarbe-Salbe eingerieben, eine Pflanze von Dir auf die Brust gelegt beim Meditieren und neben mir auf’s Kopfkissen beim Schlafen und Deinen Duft eingesogen, wenn ich Dich in der Sonnenwärme geerntet habe. Ich habe viel von Dir erfahren, aber so viel wie Mäxchen weiß ich vermutlich noch lange nicht von Dir. Woher um alles in der Welt nehmen wir Menschen den Hochmut gegenüber allem nichtmenschlichen Leben?
Gefühle sind keine wissenschaftlich akzeptierte Form der Wahrnehmung. Schon lange weiß ich es, aber erst seit Kurzem spreche ich es auch aus: Ich bin behindert, wenn ich meine emotionalen Wahrnehmungen nicht genauso ernst nehme wie meine wissenschaftlich belegbaren. Ich habe Deine Wärme und Deine große Kraft gespürt aber auch Dein vielfältiges Wesen. Ich habe versucht, es zu verstehen. In “Medizin der Erde” von Susanne Fischer-Rizzi habe ich gelesen, daß Archäologen in einem 60 000 Jahre alten Grab Blütenpollen von Deinen Geschwistern und von sieben weiteren Heilpflanzen gefunden hatten.
“Du bist unsere Märchen-Oma, und du mußt uns jetzt ein Märchen erzählen...”, so oder ähnlich höre ich es oft von unseren Enkelkindern. Sophie, sechsjährig, hatte sich aus der Kinderbibliothek ein Buch über den Kampf um Troja geholt - mit vielen Bildern und wenig Text. Außerdem war sie im Bauch des “Trojanischen Pferdes”. Stendals Stadtväter hatten es von der Stadt Braunschweig gekauft. Dort wurde es anläßlich einer Troja-Ausstellung gebaut. Jetzt schaut es über das Dach des Winckelmann-Museums in Stendal.
Da bot es sich ja an, Oma- und Kräuterfrau-Freuden miteinander zu verknüpfen: so ging ich also auch Deinem Namen Achillea nach, abgeleitet von Achill, des Peleus, König von Phthia in Tessalien und der. Meernymphe Thetis Sohn.
Eigentlich liebte Zeus die schöne, gütige und großherzige Meeresgöttin. Da ihm aber geweissagt wurde, der Sohn der Thetis würde stärker als sein Vater werden, überließ Zeus die Heißbegehrte lieber einem Sterblichen.

Peleus und Thetis hatten vergessen, zu ihrer Hochzeit Eris, die Göttin der Zwietracht, einzuladen - “vergessen?”, fragte Sophie, das ist ja wie mit der 13. Fee in Dornröschen.”
Märchen und Mythen der unterschiedlichsten Regionen der Welt gleichen einander oftmals in erstaunlicher Weise. Sie erzählen eben von Träumen und Schwächen der Menschen und die sind überall auf der Welt sicher sehr ähnlich. Eris erschien bei der Hochzeitsfeier und warf einen goldenen Apfel unter die Gäste. Auf ihm stand:
“Der Schönsten”. Hera, Athena und natürlich Aphrodite beanspruchten eine jede den Apfel für sich ganz allein. Als die drei Göttinnen vor Paris, den jungen wunderschönen Hirten vom Berge Idatraten und ihn aufforderten, der Schönsten den goldenen Apfel zu reichen, versprach ihm Hera Macht und Reichtümer, wenn er ihr den Apfel reichte, Athena versprach Weisheit und Aphrodite versprach ihm Helena, das schönste Weib auf Erden.
Paris, in Wahrheit Sohn der Hekabe und des Priamos, Herrscherpaar von Troja, wurde als Kindausgesetzt, wegen der Weissagung, er würde Troja den Untergang bringen. Er wurde von einem Hirten aufgezogen.
Venus-Aphrodite hielt ihr Versprechen. Sie half Paris, nachdem er wieder als Sohn im elterlichen Palast aufgenommen worden war, die schöne Helena vom Hof des griechischen Königs Menelaos, dessen Gemahlin sie war, zu entführen. Paris war am Hofe des Menelaos gastfreundlich aufgenommen worden. Mit dem Raub der Helena hatte er das königliche Gastrecht mißbraucht. Diese Tat einte alle Griechen und gemeinsam zogen sie gegen Troja, um ihre schöne Königin zurück zuholen. Dies alles, was ich hier in wenigen Sätzen erzähle, dauerte viele Jahre. Während dieser Zeit gebar Thetis Achill, den Sohn, der stärker als sein Vater werden sollte. Achill war ein herrlicher Knabe und seine unsterbliche Mutter Thetis wollte auch ihren Sohn unsterblich machen.
Von seinem Vater Peleus ungesehen, hielt sie Achill in der Nacht in ein himmlisches Feuer. Es sollte vertilgen, was vom Vater her sterblich war.
Am Tag heilte Thetis den Knaben mit Ambrosia. Dies tat sie in jeder Nacht, solange bis Peleus sie belauschte und laut aufschrie, als er seinen Sohn im Feuer zappeln sah. Nach dieser Störung entfloh Thetis aus dem Palast und kehrtein ihr Wasserreich zurück. Achill ließ sie bei seinem Vater zurück. Er war sterblich geblieben, weil Thetis ihr Werk nicht hatte vollenden können Peleus glaubte, sein Sohn sei gefährlich verbrannt. Er brachte ihn deshalb dem weisen, gütigen und gerechten Kentauren Cheiron. Er galt als Erfinder der Heilkunst...Könnt ihr euch das vorstellen, Kinder? Ein Mann erfindet die Heilkunst? Sicher wußten Frauen viel mehr über Krankheiten, Komplikationen beider Geburt, als Männer. Meint ihr nicht auch, daß Kinder gebären und aufziehen und Heilkunst zusammengehören?”
Einen heilkundigen Kentauren, einen Pferdemenschen, allerdings fanden wir sympathisch - ein Wesen halb Mensch, halb Tier steht mit der Natur in harmonischer Verbindung. Der Sage nach unterrichtete Cheiron viele griechische Heroen in der Heilkunst, in der Jagd, im Reiten, im Waffenhandwerk und in der Musik - ergalt auch als Erfinder der Leier -. Auch Asklepius oder Äskulap war sein Schüler. Achill wurde dann ebenfalls von Cheiron unterrichtet. Als Achill neun Jahre alt war, erfuhr Thetis, daß ihrem Sohn bestimmt war, als großer Held vor Troja zu fallen oder ein ruhmloses langes Leben zu führen.
Sie stieg wieder empor aus dem Meer, zog Achill Mädchenkleider an und brachte ihn als Jungfrau verkleidet zu König Lykomedes. Dort wurde ermit anderen Mädchen erzogen. Später verliebte er sich in die liebliche Königstochter Deidamia und wurde heimlich ihr Gemahl. Anna ist Pastorin. Jedesmal, wenn sie uns besucht, freuen wir uns. Sie hat eine besondere Gabe, komplizierte Sachverhalte ganz einfach zu beschreiben und uralte biblische Geschehnisse in ihrer Dorfgemeinde wieder lebendig werden zu lassen.
In einer ihrer jüngsten Predigten ging es um menschliche Pläne. Anna behauptete, wer Gott in schallendes Gelächter ausbrechen lassen will, brauchte ihm bloß seine Pläne zu zeigen. Vielleicht noch die Pläne, die er mit seinen Kindern hat, vielleicht sogar die mit seinen Enkelkindern. Ein homerisches Gelächter wird der Allmächtige da anstimmen, sich auf die Schenkel klopfen wird er...Mit den Plänen war es offenbar in archaischer Zeit ähnlich wie heute. So war der Plan, den trojanischen Königssohn Paris loszuwerden gescheitert. Und es war geweissagt, daß der Kampf um Troja für die Griechen nur mit Achill zu gewinnen sei. Der Plan seiner Mutter, ihn durch Frauenkleider und eine frauliche Erziehung vor dem Krieg zu schützen, ging auch nicht auf. Der listenreiche Odysseus machte ihn trotz seiner Frauenkleider ausfindig. Sehr erfolgreich kämpfte Achill vor Troja. Im Zweikampf tötete er Hektor, den Trojanischen Königssohn und, die zauberhaft schöne Amazonenkönigin Penthesileia.
Als sie durch Achill tödlich verletzt, ihre Seele aushauchte, entflammte er in leidenschaftlicher Liebe zu ihr - zu spät... Bei ihren Bemühungen, ihren Sohn unsterblich zu machen, hatte Thetis ihn an der Ferse ins himmlische Feuer gehalten. An dieser Stelle war Achill verwundbar. “Das ist ja wie mit dem Lindenblatt bei Siegfried” riefen Anita und Frank...Ja eben -unter der unteren Schicht ist, wenn ihr tief genug grabt, immer noch eine drunter... Ein Mythos, der in der göttlichen Hierarchie ganz oben einen männlichen Gott hat, ist mit Sicherheit nicht der älteste - ganz tief unten an den Wurzeln werdet ihr bestimmt in den frühestenmenschlichen Kulturen in irgendeiner Form der Großen Göttin begegnen - die alle Lebensrhythmen Steuernde, die Fruchtbare, die Gebärende und gleichzeitig die verschlingende Todesgöttin...die Göttin alles Lebendigen, zu dem der Tod gehört...Achill wurde durch einen Pfeil tödlich verletzt. Paris hatte ihn abgeschossen und Apoll hatte ihn gelenkt.
Als die Griechen nun etwa 10 Jahre versucht hatten, Troja zu erobern, rief Kalchas, der Seher, die vornehmsten Helden zusammen und sprach zu ihnen:
”Unterziehet euch nicht ferner den Mühseligkeiten eines gewaltsamen Kampfes, denn auf diesem Wege kommt ihr nicht zum Ziele; besinnt euch viel mehr auf irgend einen Anschlag, der euren Schiffen und euch selber zum Heile gereichen mag. Denn vernehmet, was für ein Zeichen ich gestern geschaut habe. Ein Habicht jagte einem Täubchen nach; dieses aber schlüpfte in die Spalten eines Felsens hinein, um seinem Verfolger zu entgehen. Lange verweilte dieser grimmig vor dem Felsenspalt, aber das Tierchen ging nicht heraus; da verbarg sich der Raubvogel mit unterdrücktem Unmut ins nahe Gebüsch; und siehe da, jetzt schlüpft das Täublein in seiner Torheit wieder heraus, der Habicht aber schießt auf das arme Tier nieder und erwürgt es ohne Erbarmen. Laßt uns diesen Vogel zum Muster nehmen und Troja nicht für der mit Gewalt zu erobern bestrebt sein, sondern es einmal mit der List versuchen.”Odysseus machte daraufhin den Vorschlag, ein riesengroßes Pferd zu bauen, in dem sich die tapfersten Griechenhelden verbergen sollten. Die übrigen Scharen mögen sich derweil auf ihren Schiffen zurückziehen, so daß die Troer an einen Abzug der Griechen glauben und das Pferd als Geschenk in ihre Stadt ziehen sollten. Die Warnungen des Laokoon, des trojanischen Apollonpriesters, wurden mißachtet und das Pferd wurde in die Stadt gezogen. Dafür mußte ein Teil der Stadtmauer eingerissen werden. Die Troer feierten überschwenglich ihren vermeintlichen Sieg über die Griechen. Als sie ihren Siegesrausch ausschliefen, kroch das Verhängnis aus dem Bauch des hölzernen Pferdes.“ Zehn Jahre Krieg, um Helena wieder zurückzubringen?” So wird es berichtet. Ich zeige den Kindern die Landkarte und die Lage Trojas am Bosporus...möglicherweise war die Helena - Story der Vorwand für den Krieg, bei dem es in Wahrheit um den Zugang der Griechen zum Schwarzen Meer ging. Das ist jetzt der Teil für die älteren Kinder. Bis in den Bauch des Pferdes sind die kleinen der Märchenoma neugierig gefolgt.
In den USA ist Energiesparen fast “unamerikanisch”, im Irak ist viel Öl. Der 11. September 2001 ist die moderne Helena-Story. Natürlich ist das alles schwer zu beweisen oder gar nicht. Aber wenn ein Land Krieg führt, das wißt ihr doch, stirbt zuerst die Wahrheit. Außerdem wird den Menschen Angst gemacht. Dadurch sind sie bereit, Opfer für die “gute Sache”, “für die Sicherheit” zu bringen.
Unsere Freundin, Erika Drees ist dafür für sechs Wochen ins Gefängnis gegangen, weil sie und andere mutige Menschen darauf aufmerksamgemacht haben, daß in unserem Land vom Fliegerhorst Büchel aus täglich Bomber starten, um über unseren Köpfen mit scharfen Atombomben oder mit Attrappen zu üben. Wann “echte” Bomben und wann Attrappen an Bord sind, erfährt der Pilot nicht. Erikas Verteidigungsrede vor dem Amtsgericht Cochem, zart und kraftvoll wie Achillea millefolium war diese Rede. Es ist immer wieder spannend, wahrzunehmen, wieviel Ähnlichkeit Machtstrukturen und Machtmißbrauch vom Mythos bis zur Gegenwartaufweisen.
Achill lebt nur noch im Mythos fort. Er mußte sterben, trotz der liebevollen fürsorglichen Planungen seiner göttlichen Mutter, nachdem er die Liebe seines Lebens ermordet hatte.
Zäh und vielleicht unvernünftig hege ich meinen Traum von einer Zukunft, in der die Menschen mit der Natur und allen ihren Geschöpfen im Einklang leben und in der alle Menschen dieser Erde teilhaben an der üppigen Fruchtbarkeit von Mutter Erde und daß Du Achillea zart und zäh, ganz Deiner Art gemäß alle Versuche überstehst, Dich und Deine Heilpflanzengeschwister aus den Apotheken zu entfernen.

Ingrid Fröhlich Groddeck / Stendal, den 14. August 2003