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Spurensuche

Die erste Spur, der ich gefolgt bin, ist die zu meinen eigenen Wurzeln.

Nach 65 Jahren - bin ich im Herbst 2010 endlich nach Tschechien in meine Heimat in gereist.

Begleitet haben mich Ursula und Sylvia. 7 Jahre gemeinsame Geomantieausbildung bei Johanna Markl hatten sie mir vertraut genug gemacht, um mich auf das Wagnis einzulassen.

Warum Wagnis? 1945, knapp achtjährig, wurde ich mit Mutter und Großmutter aus der Heimat vertrieben – mein Vater war damals noch in Russland vermisst. Unsere Habe - zwei große Rucksäcke und mein winziger mit Teddy, und einigen anderen für mich lebenswichtigen Dingen.
Ich will nach Hause” heulte ich im Treck der Vertriebenen und drückte meinen Teddy an mich. Meine Großmutter hockte sich vor mich hin, schaute mir fest in die Augen und sagte: “Du hast kein Zuhause mehr! Wir haben nur noch uns.” Was ich hörte, duldete keinen Widerspruch. Ich wischte Tränen und Rotznase ab und beschloss: “Na, dann brauche ich das eben nicht!” Nie wieder habe ich über die Vertreibung geweint. Ich hatte meine Wurzeln gründlich gekappt. Es hätte sonst zu weh getan...Später wurde ich immer wütend, wenn gleichfalls Vertriebene immer wieder anfingen zu jammern. Ich habe mir keinerlei Gefühle in dieser Beziehung erlaubt. Ausgestattet mit nicht viel mehr als dem trotzigen Entschluss, dieses Zuhause nicht mehr zu brauchen, eingehüllt in die Liebe meiner Eltern und Großmütter, habe ich in Buchholz, einem kleinen Dorf bei Stendal, eine wunderschöne glückliche Kindheit verlebt. Wurzeln schlagen wollte ich allerdings nie und nirgendwo. “Meine Heimat ist die Erde, überall dort, wo sie schön ist und wo es Menschen gibt, die ich mag”, war das Weltbild, das ich mir als Achtjährige zusammengefügt hatte. Erst während der Geomantieausbildung, wuchs in mir das Gefühl von Entwurzelung, spürte ich dass jeder Mensch Wurzeln braucht.

Wir wollen heim in’s Reich!” waren im 3.Reich die öffentlichen Verlautbarungen der Deutschen, die in der damaligen Tschechoslowakei lebten. “Heim in's Reich”, das bedeutete natürlich, die Tschechoslowakei sollte Großdeutschland einverleibt werden.
Noch kurz vor ihrem Tod hat meine Mutter mich beschworen, ich dürfe nie unseren Besitz wieder haben wollen. “Wir waren zu schwach, um das Unrecht des 3. Reiches zu verhindern, also ist es doch verständlich, dass Tschechen die Deutschen ‘heim ins Reich’ geschickt haben. Wer das rückgängig machen will, schafft neues Unrecht.” So die Worte meiner 90jährigen Mutter.

Eine Woche verbrachte ich gemeinsam mit den beiden Freundinnen in meiner Heimat. Trotz der Veränderungen in Bebauung, Straßen-und Wegeführung, “zeigten” sich uns die Orte, die mir als Kind wichtig waren. Die beiden Frauen hatten den Raum geschaffen dafür, damit das Unfassbare geschehen konnte.

Verwoben mit der Geist-Seele des Landes folgten wir oft wie im Traum den alten Spuren, auch wenn die Wege längst vergangen waren.

Ich fühlte weder Trauer noch Groll. Immer wieder stieg längst Vergessenes, kamen alte Erinnerungen in mein Bewusstsein. Allmählich ahnte ich, dass das die Kraft meiner Wurzeln ist. Mein trotziges Aufbegehren gegen die Vertreibung hatte sich transformiert: Es war gut dort zu SEIN, ohne etwas besitzen zu wollen. Mich begleitet seither die wunderbare Leichtigkeit des Seins, die mir dort geschenkt wurde.

Seit etwa 3 Jahren arbeite ich geomantisch mit dem näheren Landschaftsraum der Elbe zwischen Tangermünde und Arneburg. Die ostelbische Seite mit den Kamernschen Bergen musste ich in mein Projekt mit einbeziehen. Es war die Forderung der Landschaft, der ich zu folgen hatte.

Mein Geburtsort liegt auch an der Elbe - Lebensstrom, der meine alte und meine neue Heimat durchströmt und miteinander verbindet. Ich denke oft darüber nach, welche Aufgaben sich für mein Tun nun zeigen werden.

Orte können gestärkt werden durch die Art, wie Menschen dort leben. Das Bewusstsein, ein Lebewesen zu sein im Körper der lebendigen Erde, gemeinsam mit unendlich vielen anderen Geschöpfen, verändert unser Bild der Wirklichkeit grundlegend. Starke Energien werden frei. Es findet Kommunikation statt zwischen Mensch und Erde. Impulse werden gesetzt zu neuen Formen des DA-SEINS, wenn Menschen wieder lernen, die Sprache der Natur zu verstehen.

Die Erde spricht ständig zu uns,
unglücklicherweise sind
die meisten Menschen
taub für das, was sie sagt.”
Sun Bear 1929-1992 indianischer Schamane aus dem Stamm der Ojibway

Wir haben in Tschechien gespürt, wie viel Kraft ein kleiner Bach in die Landschaft verströmt und wie sehr andererseits die ursprüngliche riesige Kraft der Elbe durch Staustufen und Uferbefestigungen gemindert ist.
Alles in einem Landschaftraum ist mit allem verbunden und alles wird durch jedes beeinflusst. Eingewoben in das große Netz des Lebens begegnen sich die Geistseele des Landes und unsere Seelen. Wir beginnen zu ahnen, dass es völlig andere Möglichkeiten gibt, in dieser wunderbaren Schöpfung zu leben und zu gestalten, als das gewohnte ausbeuterisches Handeln.
Mythen belegen, dass unsere Ahninnen und Ahnen die Erde als die Große Muttergöttin - die All-Eine - verehrten. Auch die frühen Christen lebten noch in Ehrfurcht vor der Schöpfung.


Libussa


Was mir meine Großmutter, erzählt hat, als ich noch ein Kind war:


Die schöne und kluge Fürstin Libussa liebte den weisen und gütigen Bauern Premysl.

Libussa hielt ihre Liebe geheim, da ein Bauer nicht standesgemäß war.


So ritt sie so oft sie nur konnte, auf ihrer weißen Stute Vlada zu ihrem Geliebten.


Libussa wurde von ihren Untergebenen gedrängt zu heiraten. Vor allem die Krieger wollten keine Befehle von einer Frau entgegennehmen. Sie wollten endlich einen männlichen Herrscher.


Libussa, die Seherin sagte, die Männer sollten ihrer Stute folgen. Sie würde sie zu dem künftigen Herrscher führen.


Liebevoll streichelte sie das Tier und rief ihr zu: “Vlada, meine blanke, meine schlanke, trab’ zu!”


Vlada kannte den oft getrabten Weg. Sie führte die Männer zu Premysl, der beim Pflügen auf seinem Acker war.


Libussa und Premysl regierten ihr Volk in Güte und Weisheit.


Immer wieder habe ich nach dem Tod meiner Großmutter nach dem Namen der Fürstin gesucht. Von der Erzählung meiner Großmutter war mir nach ihrem Tod nur noch der einzige Satz in Erinnerung: “Vlada, meine blanke, meine schlanke, trab’ zu!” Auch dieser Satz war mir später aus dem Gedächtnis geschwunden. Während einer Trance im Venusjahr der Geomantieausbildung wurde er mir wieder geschenkt. Von da an wusste ich, dass meine Großmutter, sie ist 1956 gestorben, mir eine wichtige Botschaft mit ihrer Erzählung hinterlassen hatte. Ich dachte immer wieder an diese mythische Stammmutter von Böhmen. Ich wollte immer mehr wissen, fand aber keinen Zugang, keinen Faden, an dem ich hätte ziehen können, in der Hoffnung etwas von der alten Sage ans Licht zu ziehen.

Vor einigen Tagen, als ich in der Bibliothek Bücher für Miltern zusammentrug, fiel mir ein Buch über Böhmen in die Hände. Ich nahm mir vor, darin zu lesen, sobald ich mit meiner Arbeit fertig sein würde.

Bevor ich - endlich nach 65 Jahren - in meine Heimat fahre, hatte ich die Hoffnung, die Herrin der weißen Stute kennen zu lernen.

Es war wie verhext, nach getaner Arbeit fand ich das Buch nicht mehr.

Einen Tag vor meiner Abreise nach Tschechien, früh im Bett stand der Name vor meinem inneren Auge „Libussa!“. Aus dem Internet war es dann ein Leichtes, mehr zu erfahren.

Im Schlaf ist mir geschenkt worden, was ich mit jahrelangem Grübeln nicht erinnern konnte.

Ich war angebunden an das morphische Feld Böhmens und damit auch an die mythische Urmutter des Volkes.


Danke


An unserem 2. Tag in Tschechien, als wir von Litomerice nach Hostka fuhren, kehrten wir mittags in einer Gaststätte ein.

Wir konnten weder tschechisch sprechen noch verstehen. Das Personal brachte uns gleich eine deutsche Speisekarte und uns schmeckte die böhmische Küche.

Wir wollten mit einem 500-Kronenschein bezahlen. Den Geldschein schmückte ein schönes Frauenporträt. Während die kleineren Geldscheine Bilder mit Namen hatten, war diese Frau namenlos.

Sylvia und Ursula hatten von mir gleich am 1. Abend die vorherigen Seiten von Libussa bekommen. So kam es, dass wir Drei rätselten, wer wohl die namenlose Schöne sein könnte. Als die Serviererin kam, fragten wir nach und erhielten als Antwort ein höfliches Schulterzucken. Eine von uns sagte : “Libussa?” - es war, als ginge die Sonne auf. Die junge Frau strahlte und sagte freudig nickend: “Libuscha, Libuscha, Libuscha...”. Tschechische Gäste in unserer Nähe hatten das seltsame Frage-und Antwortspiel mitbekommen und schauten uns nun freundlich und erstaunt an, sagten es vermutlich ihren Nachbarn weiter, so dass in wenigen Minuten alle auf uns schauten.

Plötzlich hatte sich die Atmosphäre des Raumes verändert. Vorher höflich und korrekt, waren die Menschen jetzt von großer Herzlichkeit. Sie lächelten uns zu - ihre Urmutter hieß uns willkommen.

In diesem Jahr der Besinnung weiß ich noch nicht, welchen Fährten ich folgen werde. Ich bin gespannt, ob sie mich zu weisen Menschen in Deutschland oder in anderen Ländern führen werden, in Kloster-Bibliotheken oder vielleicht in den Wald, in dem Frau Harke einst zu Hause war, auf der anderen Seite der Elbe...Eine alte Sage berichtet, dass Frau Harke einst, als man ihre Wälder abholzte und ihre Tiere jagte, bei Arneburg durch die Elbe davongegangen sei.
Frau Harke, Frau Holle, Freya, lebte und wirkte in den ostelbischen Kamernschen Bergen. Sie ist die Große Natur-Göttin – Gebieterin über Werden-Sein-Vergehen , Herrscherin über den Jahreskreis. Zum Frühlingsanfang schickt sie Goldmarie mit der goldenen Spindel alle Jahre wieder zu uns auf die Erde zurück, damit wieder alles hell wird und zu grünen und zu blühen beginnt. Die dunkle Jungfrau, die sie uns für die dunkle Jahreszeit immer schickt, kehrt jetzt wieder in das Hollereich zurück. Aber wann kehrt Frau Harke wieder zurück in die Kamernschen Berge?

Meine Suche wird mich sicher auf Spuren führen, die schon immer da waren, oft kaum noch erkennbar, die Suche nach Unerklärbarem. Wunderbare, nicht planbare Dinge können geschehen und ich will mich diesem Fluss des Geschehens anvertrauen, er wird mich an die richtigen Orte zu den richtigen Menschen bringen.

Bei der Arbeit mit Mythen begegne ich leider manchmal auch Berührungsängsten streng religiöser Menschen. Das tut mir sehr leid. Ich möchte selbstverständlich keines Menschen religiöse Gefühle verletzen. Außerem gehen in endlosen Diskussionen wertvolle Kräfte verloren, die anderswo notwendig gebraucht werden. In dieser Zeit des Wandels brauchen wir Kooperation statt Konkurrenz in den wirklich wichtigen Lebensbereichen. Dazu gehören auch Gleichberechtigung der Religionen ebenso wie die vielfältigen Wege zu Gesundheit und Wohlbefinden. Bei der Frage: Wo steht die Menschheit und was können wir von unseren Vorfahren lernen, begegnen wir immer auch vor-abrahamitischen Religionen – Religionen mit Muttergöttinnen, in denen die Geschenke von Mutter Erde verehrt wurden.


Wenn ich erlebt habe, dass Menschen darüber wieder und wieder in Streit gerieten, drängte sich mir immer wieder Lessings „Ringparabel“ ins Gedächtnis und so habe ich mir erlaubt sie als Denkimpuls zu erweitern:


Ich stelle mir vor, der Vater der drei Söhne hat auch eine Tochter, damit der Sultan den weisen Juden fragen kann, welche von den vier großen Religionen wohl die sei, die dem Weisen am meisten einleuchte: die drei Abrahamitischen Religionen oder Naturreligionen? Der Weise erzählt dem Sultan von dem Vater der vier Kinder - drei Söhne und eine Tochter - die er alle vier gleich herzlich liebt. Dieser Vater nun besaß einen Ring von unschätzbarem Wert und der geheimen Kraft, seinen Träger vor Gott und Menschen angenehm zu machen. Der Ring war dem geliebtesten der Kinder versprochen. In seiner Schwäche sagte er jedem seiner Kinder diesen Ring im Geheimen zu. Der Besitzer des Ringes soll der Fürst des Hauses sein und diesen Ring wiederum dem liebsten seiner Kinder übergeben. Es schmerzt den Vater, drei seiner geliebten Kinder zu enttäuschen. Er beauftragt einen Künstler, drei weitere Ringe getreu nach dem Muster zu fertigen. Selbst der Vater kann seinen Musterring nicht unterscheiden. Freudig gibt er jedem seiner Kinder unter dem Siegel der Verschwiegenheit einen Ring. Nach des Vaters Tod verklagen sich die Kinder. Jedes schwört, den Ring vom Vater erhalten zu haben. Der Richter fragt, wen drei der vier am meisten lieben, da der Ring doch die Wunderkraft habe, beliebt zu machen bei Gott und Menschen. “O so seid ihr alle vier betrogene Betrüger! Der echte Ring vermutlich ging verloren. Den Verlust zu verbergen, zu ersetzen, ließ der Vater vier für einen machen.” sagt der Richter. Er gibt den Rat, da sowohl die Tochter, wie auch jeder der drei Söhne den Ring vom Vater erhalten habe, so glaube jeder sicher seinem Ring, er sei der echte. - “Möglich, dass der Vater nun die Tyrannei des einen Rings nicht länger in seinem Hause habe dulden wollen...komme jeder der Kraft des Ringes mit Sanftmut, mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun zu Hilfe...Und wenn sich dann der Steine Kräfte bei euern Kindes-Kindeskindern äußern: So lad’ ich über tausend tausend Jahre, sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen als ich und sprechen.“ so sagte der bescheidne Richter...


Ich wünsche mir sehnlich, es gelingt auf diesem Hintergrund eine Versöhnung von Naturreligionen mit den drei „Großen“ Religionen. Es geht nicht darum Menschenopfer vergangener Zeiten mit Menschenopfern von heute zu „verrechnen“. Unserer christlichen Moral geht Christa Wolf in “Kassandra” mit der Frage von Verlogenheit und Doppelmoral nach:Zwar ist...die Doppelmoral der Alten vielleicht nicht so allgegenwärtig, alles beherrschend und durchdringend wie die Doppelmoral der christlich-abendländischen Zivilisation, die eine ungeheure, immer subtilere und spitzfindigere demagogische Gedankenarbeit leisten muss, um das Gebot Du sollst nicht töten als sittliche Grundlage ihres Lebens anzuerkennen und es gleichzeitig, ohne moralisch zusammenzubrechen, für ihr praktisches Handeln außer Kraft zu setzen. So entstand im Zentrum dieser Kultur jener dunkle blinde Fleck, der ihr das Wichtigste, ihr mörderisches Doppelleben, verbirgt: Ein Defizit, das leider mit Notwendigkeit auch jene Prozesse, die zur Selbstvernichtung führen, vor den treibenden Kräften dieser Zivilisation unsichtbar macht; eine Hexenmagie, die wir nun vielleicht zu spät durchschauen.“



Es geht auch darum, Fragen zu stellen und Zusammenhänge zu erkennen, wie beispielsweise zwischen so ganz einfachen Fakten, die uns allen zugänglich sind:


Die Hälfte aller produzierten Nahrungsmittel wird vernichtet ... alle 5 Sekunden verhungert ein Mensch – Menschenopfer des 21. Jahrhunders an welche Götzen der Moderne? - ...wir brauchen Gentechnologie, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen...

Alles bis hier Geschriebene sind Begebenheiten, Einsichten und Erfahrungen vom Herbst 2010 oder lange davor, aus Zeiten der DDR-Friedensbewegung. Anfang August 2011 war es mir klar geworden: ich werde nicht weit weg fahren. Mich zog es mit aller Macht in die Kamernschen Berge. Erinnerungen an die „Begegnung“ mit Libussa drängten immer stärker in meine Seele. Es entstand mein Flyer „Geistige Spurensuche in Frau Harkes Reich“. Dann lief alles, wie von langer Hand vorbereitet: 14 Menschen, gingen mit auf die geistige Spurensuche – mehr konnte ich leider nicht mitnehmen. Unser Gastgeber war Herr Günther Klam von „KulTour-Elb-Havelwinkel“ e.V. im Fachwerkhaus in Kamern.

Es ist eine Zeitreise in die Vergangenheit in Frau Harkes / Holles Reich. Für mich schließt sich ein Kreis. Ich spüre wieder, wie in Tschechien, die Kraft des Mythos – spüre während unserer gemeinsamen Arbeit im Seminar unser Verwobensein mit der Geistseele des Landes. Dort Libussa, die sagenhafte weise Herrscherin, hier die uralte Große Göttin, vermutlich bereits von unseren Ahnen in der Jungsteinzeit verehrt, fortgegangen aus Enttäuschung über die Bewohner des Landes. Hier wie dort fühle ich die Sehnsucht der Menschen nach einem Leben in Harmonie mit allen lebenden Wesen. Was ist zu tun – oder zu lassen, damit Frau Harke wiederkehrt, zum Segen des Landes? Es geht vor allem darum die Seelenlandschaft in Frau -Harkes-Reich zu finden. 99% aller Spezies, die unsere Erde bewohnten, sind ausgestorben. Alle Spezies können nur so lange existieren, so lange sie sich evolutionsgerecht verhalten. Der biblische Auftrag: Macht euch die Erde untertan“ ist ja offenbar nicht mehr evolutionsgerecht. Wie aber lautet der Auftrag des 21. Jahrhunderts an uns? In Achtung vor dem Leben und der Spiritualität unserer fernen Vorfahren hoffen wir auf Impulse, die uns helfen, überholte Denkgefängnisse zu verlassen.

Frau Harke / Holle steht für den Begriff „Tiefenökologie“ - tiefe Ökologie, die alles Lebendige einschließt – Leben im Einklang mit der Schöpfung.

Wir Menschen sind Teil dieses Netzwerks des Lebens auf dem Planeten Erde.

Der Begriff "tiefe Ökologie" steht heute vor allem für eine radikale Kritik an den Grundüberzeugungen unserer Kultur und Gesellschaft, unserer Politik, unserer Wirtschaft und unseres Erziehungssystems. Ihr Anliegen ist es , der Entfremdung der Menschen von sich selbst und von der Gemeinschaft aller lebenden Wesen der Erde entgegenzuwirken.
Neu und einzigartig an der tiefen Ökologie ist ihr ganzheitllicher Ansatz, der konzeptionelle, emotionale, spirituelle und praktische gesellschafts politische Arbeit in wechselseitigen Austausch miteinander bringt.

Ohne das Lebensnetz können wir nicht existieren.”

Gesellschaft für angewandte Tiefenökologie e.V. *1)


Zentrales Thema von Tiefenökologie und Ökophilosophie ist Antwortsuche auf die Frage: Ist im Schöpfungsplan eine bevorzugte Stellung des Menschen vorgesehen? Dabei kamen wir in die Nähe Albert Schweitzers Lehre von der Ehrfurcht vor dem Leben: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das auch leben will.“
Vermutlich galt Frau Harke / Holle bereits unseren Ahnen während der Jungsteinzeit als Hüterin des Lebens. Jahrtausende lang haben die Menschen in Harmonie mit der Natur gelebt. Erst während des letzten Jahrhunderts haben wir so gnadenlos ausbeuterisch gewirtschaftet, mit den allbekannten furchtbaren Folgen.


Frau Harke / Holle wächst auf diesem Hintergrund weit über die Sagengestalt hinaus. Sie wird zum übergreifenden übergeordneten Prinzip für eine neue Ethik.

Wenn Frau Harke wiederkehren soll, müssen wir bereit sein zu Wandlung – Kooperation statt Konkurrenz auf allen Seins-Ebenen: Wieder einbinden in das große Gewebe des Lebens als Teil des wunderbaren Ganzen und nicht als ihre Beherrscher. Die Synthese aus Naturverbundenheit, Ehrfurcht vor allem Leben, Gegenseitige Achtung von Narurreligionen und Hochtechnologie könnte die Ethik schaffen, die für uns lebensnotwendig ist. Not wenden, das heißt unser Wirtschafts-und Finanzsystem auf den Prüfstand zu bringen, ebenso wie unsere Innen-und Außenpolitik.

Die Schöpfung ist ein immerwährender Prozess. Die einzig denkbare Sonderstellung des Menschen ist wohl die, bewusst gestaltend mitzuwirken am großen Schöpfungsplan, um in der modernen globalisierten Welt die ursprüngliche Harmonie zwischen Mensch und Schöpfung wieder herzustellen. Lebensnotwendig im 21. Jahrhundert ist aber auch die weltweite Anerkennung der Menschenrechte, das heißt, Friede kann nur aus Gerechtigkeit erwachsen.


Frau Harkes Ethik soll erlebbar werden.

Nach dieser Bestandsaufnahme haben wir auf dem Hintergrund der BUGA erste Pläne entworfen.

Erstmals während ihrer 50jährigen Geschichte der BUGA werden fünf Städte in zwei Bundesländern gemeinsam eine BUGA gestalten - „Von Dom zu Dom – das blaue Band der Sympathie“ soll sich die Gartenschau entlang der Havel von Brandenburg über Rathenow, Premnitz und Rhinow bis nach Havelberg erstrecken.


Der Frau-Harke-Sagen-Pfad ist seit langem geplant. Was soll außerdem neu entstehen, bzw. gewandelt werden?


  • als Stationen des Märchens „Frau Holle“: Brunnen, Backofen / Backhaus Apfelbaum / Streuobstwiese auf dem Sagenpfad

  • Auf der Streuobstwiese und an Wegrändern Wildblumen als Bienenweide *2)

  • ein Frau-Harke-Apothekengarten

  • eine Frau-Harke-“Apotheke“

  • Gesundheitsangebote: „Salutogenese - Gesundheits-Kur am Wochenende“ in erholsamer Umgebung

  • Erforschung des „Berg der Ärgernis“

  • naturkundlich-geomantische Führungen durch Frau Harkes Landschaftsgarten im Erlebnisraum Kamernsche Berge

  • vielfältige Bildungsangebote und Workshops mit besonderen Thementagen, vor allem als Weiterbildungsmaßnahme für Lehrer und Erzieherinnen

  • Schafe werden wieder in der Schäfertrift gehütet

  • artgerecht gehaltene Nutztiere, auch erlebbar von Besuchern

  • alte Handwerkstechniken werden gefördert, um sie vor dem Vergessen zu bewahren – beispielsweise Körbe flechten aus Kiefernwurzeln

  • Ideen sammeln zu Schafwollverarbeitung

  • Vernetzung mit anderen Regionen, z.B. Havelland, Prignitz, Altmark. Darüber hinaus auch mit anderen Bundesländern, in denen Frau Holle, Harke zu Hause ist. Ein starker Synergieeffekt ist von einem Holle-Harke-Sagenpfad vom Hohen Meißner bei Kassel über die Hörselberge bei Erfurt, zu den Kamernschen Bergen zu erwarten: ein ca 600 km langer Frau Holle-Harke-Sagenpfad zwischen den alten und neuen Bundesländern, durchaus erweiterbar in andere europäische Länder – religio – Rückbindung an unsere gemeinsamen europäischen Wurzeln.

  • Handwerker, Bauern und Künstler stellen bei besonderen Veranstaltungen ihre Werke aus und bieten sie zum Kauf an

  • durch Vernetzung mit Attraktoren entlang des „Blauen Bandes der Sympathie“ und auch darüber hinaus, bleibt die Attraktion auch nach der BUGA bestehen

  • Alle Menschen vor Ort und auch von weiter her sind eingeladen, sich während der gesamten Planungs-und Realisierungsphase einzubringen.


Es sind noch weitere Projektideen entstanden, die jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.


Persönlich bedanke ich mich an dieser Stelle bei Herrn Hüttenrauch aus Kamern, der mir die von ihm zusammengetragenen Frau-Harke-Sagen zur Verfügung gestellt hat.

Dank auch unserem Gastgeber, Herrn Günther Klam

KulTour-Elb-Havel-Winkel“ e.V.


Adressen, die weiterhelfen:


* www.tiefenoekologie.de

Bereich Öffentlichkeitsarbeit:

Gabi Bott
Ökodorf Sieben Linden 1
D-38489 Beetzendorf OT Poppau

eMail:  info(at)tiefenoekologie.de

Tel.: 0521 - 911 70 97


* www.hoerturm.jimdo.com/die kleine dott


* www.wdr.de/tv/bab/sendungsbeitraege/2011/2601/bienen.jsp




Bis zum Frühjahr 2012 werde ich mich weiterhin vertrauensvoll der Führung anvertrauen, die mich bislang durch das Sabbatjahr geleitet hat.


Eine besonders wichtige Station, zu der ich „geführt“ wurde, ist in diesem Jahr die Ausbildung „Praxisorientierte Neue Homöopathie“ bei Johanna Gräf-Petzoldt im RAMANDALA-Institutwww.ramandala.de. Bei ihr lerne ich staunend und begeistert, dass „ganzheitlich“ bedeutet, wie wir alle eingebunden sind in eine untrennbare Lebensenergie-Einheit, in ein liebendes Universum. Wir müssen nur lernen, es zuzulassen.


Bei Johanna Markl durfte ich 7 Jahre Geomantie-Ausbildung erleben Institut für Geomantie – geomantie-online.de. Diese Ausbildung ist für mich Grundlage für alle wichtigen Unternehmungen, auch den Mut, auf Führung zu vertrauen. (Das war für mein Ingenieur-Gehirn gar nicht so einfach!)

So fügt sich mein geomantisches Wissen übergangslos in das, was ich neu lerne und schlägt sich nieder in dem, was ich tue, vor allem die Art, wie und was ich innerhalb der Heilpflanzenschule lehre.


Ein großes Danke an Euch und an meine Lehrerinnen, die ich eingangs geehrt habe.