|
Die erste Spur, der
ich gefolgt bin, ist die zu meinen eigenen Wurzeln.
Nach
65 Jahren - bin ich im Herbst 2010
endlich
nach Tschechien in meine Heimat in gereist.
Begleitet
haben mich Ursula und Sylvia. 7 Jahre gemeinsame
Geomantieausbildung bei Johanna Markl hatten sie mir vertraut genug
gemacht, um mich auf das Wagnis einzulassen.
Warum
Wagnis? 1945, knapp achtjährig, wurde ich mit
Mutter und Großmutter aus der Heimat vertrieben – mein
Vater war damals noch in Russland vermisst. Unsere Habe - zwei
große Rucksäcke und mein winziger mit Teddy, und
einigen anderen für mich lebenswichtigen Dingen.
“Ich will nach Hause” heulte ich im Treck
der Vertriebenen und drückte meinen Teddy an mich. Meine
Großmutter hockte sich vor mich hin, schaute mir fest in die
Augen und sagte: “Du hast kein Zuhause mehr! Wir haben nur
noch uns.” Was ich hörte, duldete keinen
Widerspruch. Ich wischte Tränen und Rotznase ab und beschloss:
“Na, dann brauche ich das eben nicht!” Nie wieder
habe ich über die Vertreibung geweint. Ich hatte meine Wurzeln
gründlich gekappt. Es hätte
sonst zu weh getan...Später wurde ich immer wütend,
wenn gleichfalls Vertriebene immer wieder anfingen zu jammern. Ich habe mir
keinerlei Gefühle in dieser Beziehung erlaubt. Ausgestattet
mit nicht viel mehr als dem trotzigen Entschluss, dieses Zuhause nicht
mehr zu brauchen, eingehüllt in die Liebe meiner Eltern und
Großmütter, habe ich in Buchholz, einem kleinen Dorf
bei Stendal, eine wunderschöne glückliche Kindheit
verlebt. Wurzeln schlagen wollte ich allerdings nie und nirgendwo. “Meine
Heimat ist die Erde, überall dort, wo sie schön ist
und wo es Menschen gibt, die ich mag”, war das Weltbild, das
ich mir als Achtjährige zusammengefügt hatte. Erst
während der Geomantieausbildung, wuchs in mir das
Gefühl von Entwurzelung, spürte ich dass jeder Mensch
Wurzeln braucht.
“Wir wollen heim in’s Reich!”
waren im 3.Reich die öffentlichen Verlautbarungen der
Deutschen, die in der damaligen Tschechoslowakei lebten.
“Heim in's Reich”,
das bedeutete natürlich, die Tschechoslowakei sollte
Großdeutschland einverleibt werden.
Noch
kurz vor ihrem Tod hat meine Mutter mich beschworen, ich dürfe
nie unseren Besitz wieder haben wollen. “Wir waren zu
schwach, um das Unrecht des 3. Reiches zu verhindern, also ist es doch
verständlich, dass Tschechen die Deutschen ‘heim ins
Reich’ geschickt haben. Wer das rückgängig
machen will, schafft neues Unrecht.”
So die
Worte meiner 90jährigen Mutter.
Eine
Woche verbrachte ich gemeinsam mit den beiden Freundinnen in meiner
Heimat. Trotz der Veränderungen in Bebauung,
Straßen-und Wegeführung,
“zeigten” sich uns die Orte, die mir als Kind
wichtig waren. Die beiden Frauen hatten den Raum geschaffen
dafür, damit das Unfassbare geschehen konnte.
Verwoben
mit der Geist-Seele des Landes folgten wir oft wie im Traum den alten
Spuren, auch wenn die Wege längst vergangen waren.
Ich
fühlte weder Trauer noch Groll. Immer wieder stieg
längst Vergessenes, kamen alte Erinnerungen
in mein Bewusstsein. Allmählich ahnte ich, dass das die Kraft
meiner Wurzeln ist. Mein trotziges Aufbegehren gegen die Vertreibung
hatte sich transformiert: Es war gut dort zu SEIN, ohne etwas besitzen
zu wollen. Mich begleitet seither die wunderbare
Leichtigkeit des Seins, die mir dort geschenkt wurde.
Seit
etwa 3 Jahren arbeite ich geomantisch mit dem näheren
Landschaftsraum der Elbe zwischen Tangermünde und Arneburg.
Die ostelbische Seite mit den Kamernschen Bergen musste ich in mein
Projekt mit einbeziehen. Es war die Forderung der Landschaft, der ich
zu
folgen hatte.
Mein
Geburtsort liegt auch an der Elbe - Lebensstrom, der meine alte und
meine neue Heimat durchströmt und miteinander verbindet. Ich
denke oft darüber nach, welche Aufgaben sich für mein
Tun nun zeigen werden.
Orte
können gestärkt werden durch die Art, wie Menschen
dort leben. Das Bewusstsein, ein Lebewesen zu
sein im Körper der lebendigen Erde, gemeinsam mit unendlich
vielen anderen Geschöpfen, verändert
unser Bild der Wirklichkeit grundlegend. Starke Energien werden frei.
Es
findet Kommunikation statt zwischen Mensch und Erde. Impulse werden
gesetzt zu neuen Formen des DA-SEINS, wenn Menschen wieder lernen, die Sprache
der Natur zu verstehen.
“Die Erde spricht ständig zu uns,
unglücklicherweise
sind
die
meisten Menschen
taub
für das, was sie sagt.”
Sun Bear 1929-1992
indianischer Schamane aus dem Stamm der Ojibway
Wir
haben in Tschechien gespürt, wie viel Kraft ein kleiner Bach
in die Landschaft verströmt und wie sehr andererseits die
ursprüngliche riesige Kraft der Elbe durch Staustufen und
Uferbefestigungen gemindert ist.
Alles
in einem Landschaftraum ist mit allem verbunden und alles wird durch
jedes beeinflusst. Eingewoben in das große Netz des Lebens
begegnen sich die Geistseele des Landes und unsere Seelen. Wir beginnen
zu ahnen, dass es völlig andere Möglichkeiten gibt,
in dieser wunderbaren Schöpfung zu leben und zu gestalten, als
das gewohnte ausbeuterisches Handeln.
Mythen
belegen, dass unsere Ahninnen und Ahnen die Erde als die
Große Muttergöttin - die All-Eine - verehrten. Auch
die frühen Christen lebten noch in Ehrfurcht vor der
Schöpfung.
Libussa
Was mir
meine Großmutter, erzählt hat, als ich noch ein Kind
war:
Die
schöne und kluge Fürstin Libussa liebte den weisen
und gütigen Bauern Premysl.
Libussa
hielt ihre Liebe geheim, da ein Bauer nicht
standesgemäß war.
So ritt
sie so oft sie nur konnte, auf ihrer weißen Stute Vlada zu
ihrem Geliebten.
Libussa
wurde von ihren Untergebenen gedrängt zu heiraten. Vor allem
die Krieger wollten keine Befehle von einer Frau entgegennehmen. Sie
wollten endlich einen männlichen Herrscher.
Libussa,
die Seherin sagte, die Männer sollten ihrer Stute folgen. Sie
würde sie zu dem künftigen Herrscher führen.
Liebevoll
streichelte sie das Tier und rief ihr zu: “Vlada, meine
blanke, meine schlanke, trab’ zu!”
Vlada
kannte den oft getrabten Weg. Sie führte die Männer
zu Premysl, der beim Pflügen auf seinem Acker war.
Libussa
und Premysl regierten ihr Volk in Güte und Weisheit.
Immer
wieder habe ich nach dem Tod meiner Großmutter nach dem Namen
der Fürstin gesucht. Von der Erzählung meiner
Großmutter war mir nach ihrem Tod nur noch der einzige Satz
in Erinnerung: “Vlada, meine blanke, meine schlanke,
trab’ zu!” Auch dieser Satz war mir später
aus dem Gedächtnis geschwunden. Während einer Trance
im Venusjahr der Geomantieausbildung wurde er mir wieder geschenkt. Von
da an wusste ich, dass meine Großmutter, sie ist 1956
gestorben, mir eine wichtige Botschaft mit ihrer Erzählung
hinterlassen hatte. Ich dachte immer wieder an diese mythische
Stammmutter von Böhmen. Ich wollte immer mehr wissen, fand
aber keinen Zugang, keinen Faden, an dem ich hätte ziehen
können, in der Hoffnung etwas von der alten Sage ans Licht zu
ziehen.
Vor
einigen Tagen, als ich in der Bibliothek Bücher für
Miltern zusammentrug, fiel mir ein Buch über Böhmen
in die Hände. Ich nahm mir vor, darin zu lesen, sobald ich mit
meiner Arbeit fertig sein würde.
Bevor
ich - endlich nach 65 Jahren - in meine Heimat fahre, hatte ich die
Hoffnung, die Herrin der weißen Stute kennen zu lernen.
Es war
wie verhext, nach getaner Arbeit fand ich das Buch nicht mehr.
Einen
Tag vor meiner Abreise nach Tschechien, früh im Bett stand der
Name vor meinem inneren Auge „Libussa!“. Aus dem
Internet war es dann ein Leichtes, mehr zu erfahren.
Im
Schlaf ist mir geschenkt worden, was ich mit jahrelangem
Grübeln nicht erinnern konnte.
Ich war
angebunden an das morphische Feld Böhmens und damit auch an
die mythische Urmutter des Volkes.
Danke
An
unserem 2. Tag in Tschechien, als wir von Litomerice nach Hostka
fuhren, kehrten wir mittags in einer Gaststätte ein.
Wir
konnten weder tschechisch sprechen noch verstehen. Das Personal brachte
uns gleich eine deutsche Speisekarte und uns schmeckte die
böhmische Küche.
Wir
wollten mit einem 500-Kronenschein bezahlen. Den Geldschein
schmückte ein schönes Frauenporträt.
Während die kleineren Geldscheine Bilder mit Namen hatten, war
diese Frau namenlos.
Sylvia
und Ursula hatten von mir gleich am 1. Abend die vorherigen Seiten von
Libussa bekommen. So kam es, dass wir Drei rätselten, wer wohl
die namenlose Schöne sein könnte. Als die Serviererin
kam, fragten wir nach und erhielten als Antwort ein höfliches
Schulterzucken. Eine von uns sagte : “Libussa?” -
es war, als ginge die Sonne auf. Die junge Frau strahlte und sagte
freudig nickend: “Libuscha, Libuscha, Libuscha...”.
Tschechische Gäste in unserer Nähe hatten das
seltsame Frage-und Antwortspiel mitbekommen und schauten uns nun
freundlich und erstaunt an, sagten es vermutlich ihren Nachbarn weiter,
so dass in wenigen Minuten alle auf uns schauten.
Plötzlich
hatte sich die Atmosphäre des Raumes verändert.
Vorher höflich und korrekt, waren die Menschen jetzt von
großer Herzlichkeit. Sie lächelten uns zu - ihre
Urmutter hieß uns willkommen.
In
diesem Jahr der Besinnung weiß ich noch nicht, welchen
Fährten ich folgen werde. Ich bin gespannt, ob sie mich zu
weisen Menschen in Deutschland oder in anderen Ländern
führen werden, in Kloster-Bibliotheken oder vielleicht in den
Wald, in dem Frau Harke einst zu Hause war, auf der anderen Seite der
Elbe...Eine alte Sage berichtet, dass Frau Harke einst, als man ihre
Wälder abholzte und ihre Tiere jagte, bei Arneburg durch die
Elbe davongegangen sei.
Frau
Harke, Frau Holle, Freya, lebte und wirkte in den ostelbischen
Kamernschen Bergen. Sie ist die Große Natur-Göttin
– Gebieterin über Werden-Sein-Vergehen , Herrscherin
über den Jahreskreis. Zum Frühlingsanfang schickt sie
Goldmarie mit der goldenen Spindel alle Jahre wieder zu uns auf die
Erde zurück, damit wieder alles hell wird und zu
grünen und zu blühen beginnt. Die dunkle Jungfrau,
die sie uns für die dunkle Jahreszeit immer schickt, kehrt
jetzt wieder in das Hollereich zurück. Aber wann kehrt Frau
Harke wieder zurück in die Kamernschen Berge?
Meine
Suche wird mich sicher auf Spuren führen, die schon immer da
waren, oft kaum noch erkennbar, die Suche nach Unerklärbarem.
Wunderbare, nicht planbare Dinge können geschehen und ich will
mich diesem Fluss des Geschehens anvertrauen, er wird mich an die
richtigen Orte zu den richtigen Menschen bringen.
Bei
der Arbeit mit Mythen begegne ich leider manchmal auch
Berührungsängsten streng religiöser
Menschen. Das tut mir sehr leid. Ich möchte
selbstverständlich keines Menschen religiöse
Gefühle verletzen. Außerem gehen in endlosen
Diskussionen wertvolle Kräfte verloren, die anderswo notwendig
gebraucht werden. In dieser Zeit des Wandels brauchen wir Kooperation
statt Konkurrenz in den wirklich wichtigen Lebensbereichen. Dazu
gehören auch Gleichberechtigung der Religionen ebenso wie die
vielfältigen Wege zu Gesundheit und Wohlbefinden. Bei der Frage:
Wo steht die Menschheit und was können wir von unseren
Vorfahren lernen, begegnen wir immer auch vor-abrahamitischen
Religionen – Religionen mit Muttergöttinnen, in
denen die Geschenke von Mutter Erde verehrt wurden.
Wenn ich erlebt habe, dass Menschen
darüber wieder und wieder in Streit gerieten, drängte
sich mir immer wieder Lessings „Ringparabel“ ins
Gedächtnis und so habe ich mir erlaubt sie als Denkimpuls zu
erweitern:
Ich
stelle mir vor, der Vater der drei Söhne hat auch eine
Tochter, damit der Sultan den weisen Juden fragen kann, welche von den
vier großen Religionen wohl die sei, die dem Weisen am
meisten einleuchte: die drei Abrahamitischen Religionen oder
Naturreligionen? Der Weise erzählt dem Sultan von dem Vater
der vier Kinder - drei Söhne und eine Tochter - die er alle
vier gleich herzlich liebt. Dieser Vater nun besaß einen Ring
von unschätzbarem Wert und der geheimen Kraft, seinen
Träger vor Gott und Menschen angenehm zu machen. Der Ring war
dem geliebtesten der Kinder versprochen. In seiner Schwäche
sagte er jedem seiner Kinder diesen Ring im Geheimen zu. Der Besitzer
des Ringes soll der Fürst des Hauses sein und diesen Ring wiederum dem liebsten seiner Kinder
übergeben. Es schmerzt den Vater, drei seiner geliebten Kinder
zu enttäuschen. Er beauftragt einen Künstler, drei
weitere Ringe getreu nach dem Muster zu fertigen. Selbst der Vater kann
seinen Musterring nicht unterscheiden. Freudig gibt er jedem seiner
Kinder unter dem Siegel der Verschwiegenheit einen Ring. Nach des
Vaters Tod verklagen sich die Kinder. Jedes schwört, den Ring
vom Vater erhalten zu haben. Der Richter fragt, wen drei der vier am
meisten lieben, da der Ring doch die Wunderkraft habe, beliebt zu
machen bei Gott und Menschen. “O so seid ihr alle vier
betrogene Betrüger! Der echte Ring vermutlich ging verloren.
Den Verlust zu verbergen, zu ersetzen, ließ der Vater vier
für einen machen.” sagt der Richter. Er gibt den
Rat, da sowohl die Tochter, wie auch jeder der drei Söhne den
Ring vom Vater erhalten habe, so glaube jeder sicher seinem
Ring, er sei der echte. -
“Möglich, dass der Vater nun die Tyrannei des einen
Rings nicht länger in seinem Hause habe dulden wollen...komme
jeder der Kraft des Ringes mit Sanftmut, mit herzlicher
Verträglichkeit, mit Wohltun zu Hilfe...Und wenn sich dann der
Steine Kräfte bei euern Kindes-Kindeskindern
äußern: So lad’ ich über tausend
tausend Jahre, sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird ein weisrer Mann
auf diesem Stuhle sitzen als ich und sprechen.“ so sagte der
bescheidne Richter...
Ich
wünsche mir sehnlich, es gelingt auf diesem Hintergrund eine Versöhnung
von Naturreligionen mit den drei „Großen“
Religionen. Es
geht nicht darum Menschenopfer vergangener Zeiten mit Menschenopfern
von heute zu „verrechnen“. Unserer christlichen
Moral geht Christa Wolf in
“Kassandra” mit der Frage von Verlogenheit und
Doppelmoral nach: “Zwar
ist...die Doppelmoral der Alten vielleicht nicht so
allgegenwärtig, alles beherrschend und durchdringend wie die
Doppelmoral der christlich-abendländischen Zivilisation, die
eine ungeheure, immer subtilere und spitzfindigere demagogische
Gedankenarbeit leisten muss, um das Gebot Du sollst nicht
töten als sittliche Grundlage ihres Lebens anzuerkennen und es
gleichzeitig, ohne moralisch zusammenzubrechen, für ihr
praktisches Handeln außer Kraft zu setzen. So entstand im
Zentrum dieser Kultur jener dunkle blinde Fleck, der ihr das
Wichtigste, ihr mörderisches Doppelleben, verbirgt: Ein
Defizit, das leider mit Notwendigkeit auch jene Prozesse,
die zur Selbstvernichtung führen, vor den treibenden
Kräften dieser Zivilisation unsichtbar macht; eine Hexenmagie,
die wir nun vielleicht zu spät durchschauen.“
Es
geht auch darum, Fragen zu stellen und Zusammenhänge zu
erkennen, wie beispielsweise zwischen so ganz einfachen Fakten, die uns
allen zugänglich sind:
Die Hälfte aller produzierten
Nahrungsmittel wird vernichtet ... alle 5 Sekunden verhungert ein
Mensch – Menschenopfer des 21. Jahrhunders an welche
Götzen der Moderne? - ...wir brauchen Gentechnologie, um den
Hunger in der Welt zu bekämpfen...
Alles bis hier
Geschriebene sind Begebenheiten, Einsichten und Erfahrungen vom
Herbst 2010 oder lange davor, aus Zeiten der DDR-Friedensbewegung.
Anfang August 2011 war es mir klar geworden: ich werde nicht weit weg
fahren. Mich zog es mit aller Macht in die Kamernschen Berge.
Erinnerungen an die „Begegnung“ mit Libussa
drängten
immer stärker in meine Seele. Es entstand mein Flyer
„Geistige
Spurensuche in Frau Harkes Reich“. Dann lief alles, wie von
langer Hand vorbereitet: 14 Menschen, gingen mit auf die geistige
Spurensuche – mehr konnte ich leider nicht mitnehmen. Unser
Gastgeber war Herr Günther Klam von
„KulTour-Elb-Havelwinkel“
e.V. im Fachwerkhaus in Kamern.
Es
ist eine Zeitreise in die
Vergangenheit in Frau Harkes / Holles Reich. Für mich
schließt
sich ein Kreis. Ich spüre wieder, wie in Tschechien, die Kraft
des Mythos – spüre während unserer
gemeinsamen Arbeit
im Seminar unser Verwobensein
mit der Geistseele
des Landes. Dort Libussa, die sagenhafte weise Herrscherin, hier die
uralte Große Göttin, vermutlich bereits von unseren
Ahnen
in der Jungsteinzeit verehrt, fortgegangen aus Enttäuschung
über
die Bewohner des Landes. Hier wie dort fühle ich die Sehnsucht
der Menschen nach einem Leben in Harmonie mit allen lebenden Wesen.
Was ist zu tun – oder zu lassen, damit Frau Harke
wiederkehrt,
zum Segen des Landes? Es geht vor allem darum die Seelenlandschaft in
Frau -Harkes-Reich zu finden. 99% aller Spezies, die unsere Erde
bewohnten, sind ausgestorben. Alle Spezies können nur so lange
existieren, so lange sie sich evolutionsgerecht verhalten. Der
biblische Auftrag: „Macht
euch die Erde untertan“ ist ja
offenbar nicht mehr evolutionsgerecht. Wie
aber lautet der Auftrag des 21. Jahrhunderts an uns? In
Achtung vor dem Leben und der Spiritualität unserer fernen
Vorfahren hoffen wir auf Impulse, die uns helfen, überholte
Denkgefängnisse zu verlassen.
Frau
Harke / Holle steht für den Begriff
„Tiefenökologie“
- tiefe Ökologie, die alles Lebendige einschließt
–
Leben im Einklang mit der Schöpfung.
“Wir
Menschen sind Teil dieses Netzwerks des Lebens auf dem Planeten Erde.
Der
Begriff "tiefe Ökologie" steht heute vor allem für
eine radikale Kritik an den Grundüberzeugungen unserer Kultur
und Gesellschaft, unserer Politik, unserer Wirtschaft und unseres
Erziehungssystems. Ihr Anliegen ist es , der Entfremdung der Menschen
von sich selbst und von der Gemeinschaft aller lebenden Wesen der
Erde entgegenzuwirken.
Neu
und einzigartig an der tiefen Ökologie ist ihr ganzheitllicher
Ansatz, der konzeptionelle, emotionale, spirituelle und praktische
gesellschafts politische Arbeit in wechselseitigen Austausch
miteinander bringt.
Ohne
das Lebensnetz können wir nicht existieren.”
Gesellschaft
für angewandte Tiefenökologie e.V. *1)
Zentrales
Thema von Tiefenökologie und Ökophilosophie ist
Antwortsuche auf die Frage: Ist im Schöpfungsplan
eine
bevorzugte Stellung des Menschen vorgesehen? Dabei kamen wir
in
die Nähe Albert Schweitzers Lehre von der Ehrfurcht vor dem
Leben: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von
Leben,
das auch leben will.“
Vermutlich
galt Frau Harke / Holle bereits unseren Ahnen während der
Jungsteinzeit als Hüterin des Lebens. Jahrtausende lang haben
die Menschen in Harmonie mit der Natur gelebt. Erst während
des
letzten Jahrhunderts haben wir so gnadenlos ausbeuterisch
gewirtschaftet, mit den allbekannten furchtbaren Folgen.
Frau
Harke / Holle wächst auf diesem Hintergrund weit über
die
Sagengestalt hinaus. Sie wird zum übergreifenden
übergeordneten
Prinzip für eine neue Ethik.
Wenn
Frau Harke wiederkehren soll, müssen wir bereit sein zu
Wandlung
– Kooperation statt Konkurrenz auf allen
Seins-Ebenen: Wieder einbinden in das große Gewebe
des Lebens als Teil des
wunderbaren Ganzen und nicht als ihre Beherrscher. Die Synthese aus
Naturverbundenheit, Ehrfurcht vor allem Leben, Gegenseitige Achtung
von Narurreligionen und Hochtechnologie könnte die Ethik
schaffen, die für uns lebensnotwendig ist. Not wenden,
das
heißt unser Wirtschafts-und Finanzsystem auf den
Prüfstand
zu bringen, ebenso wie unsere Innen-und Außenpolitik.
Die
Schöpfung ist ein immerwährender Prozess. Die einzig
denkbare Sonderstellung des Menschen ist wohl die, bewusst gestaltend
mitzuwirken am großen Schöpfungsplan, um in der
modernen
globalisierten Welt die ursprüngliche Harmonie zwischen Mensch
und Schöpfung wieder herzustellen. Lebensnotwendig im 21.
Jahrhundert ist aber auch die weltweite Anerkennung der
Menschenrechte, das heißt, Friede kann nur aus Gerechtigkeit
erwachsen.
Frau
Harkes Ethik soll erlebbar werden.
Nach
dieser Bestandsaufnahme haben wir auf dem Hintergrund der BUGA erste
Pläne entworfen.
Erstmals
während ihrer 50jährigen Geschichte der BUGA werden
fünf
Städte in zwei Bundesländern gemeinsam eine BUGA
gestalten
- „Von Dom zu Dom – das blaue Band der
Sympathie“
soll sich die Gartenschau entlang der Havel von Brandenburg
über
Rathenow, Premnitz und Rhinow bis nach Havelberg erstrecken.
Der
Frau-Harke-Sagen-Pfad ist seit langem geplant. Was soll
außerdem
neu entstehen, bzw. gewandelt werden?
-
als
Stationen des Märchens „Frau Holle“: Brunnen,
Backofen / Backhaus Apfelbaum /
Streuobstwiese auf dem Sagenpfad
-
Auf der
Streuobstwiese und an Wegrändern Wildblumen als Bienenweide *2)
-
ein
Frau-Harke-Apothekengarten
-
eine
Frau-Harke-“Apotheke“
-
Gesundheitsangebote:
„Salutogenese - Gesundheits-Kur am Wochenende“ in
erholsamer Umgebung
-
Erforschung
des „Berg der Ärgernis“
-
naturkundlich-geomantische
Führungen durch Frau Harkes Landschaftsgarten im Erlebnisraum
Kamernsche Berge
-
vielfältige
Bildungsangebote und Workshops mit besonderen Thementagen, vor allem
als Weiterbildungsmaßnahme für Lehrer und
Erzieherinnen
-
Schafe
werden wieder in der Schäfertrift gehütet
-
artgerecht
gehaltene Nutztiere, auch erlebbar von Besuchern
-
alte
Handwerkstechniken werden gefördert, um sie vor dem Vergessen
zu bewahren – beispielsweise Körbe flechten aus
Kiefernwurzeln
-
Ideen
sammeln zu Schafwollverarbeitung
-
Vernetzung
mit anderen Regionen, z.B. Havelland, Prignitz, Altmark.
Darüber hinaus auch mit anderen Bundesländern, in
denen Frau Holle, Harke zu Hause ist. Ein starker Synergieeffekt ist
von einem Holle-Harke-Sagenpfad vom Hohen Meißner bei Kassel
über die Hörselberge bei Erfurt, zu den Kamernschen
Bergen zu erwarten: ein ca 600 km langer Frau Holle-Harke-Sagenpfad
zwischen den alten und neuen Bundesländern, durchaus
erweiterbar in andere europäische Länder –
religio – Rückbindung an unsere gemeinsamen
europäischen Wurzeln.
-
Handwerker,
Bauern und Künstler stellen bei besonderen Veranstaltungen
ihre Werke aus und bieten sie zum Kauf an
-
durch
Vernetzung mit Attraktoren entlang des „Blauen
Bandes der Sympathie“ und auch darüber
hinaus, bleibt die Attraktion auch nach der BUGA bestehen
-
Alle
Menschen vor Ort und auch von weiter her sind eingeladen, sich
während der gesamten Planungs-und Realisierungsphase
einzubringen.
Es
sind noch weitere Projektideen entstanden, die jedoch erst zu einem
späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.
Persönlich
bedanke ich mich an dieser Stelle bei Herrn Hüttenrauch aus
Kamern, der mir die von ihm zusammengetragenen Frau-Harke-Sagen zur
Verfügung gestellt hat.
Dank
auch unserem Gastgeber, Herrn Günther Klam
„KulTour-Elb-Havel-Winkel“
e.V.
Adressen,
die weiterhelfen:
*
www.tiefenoekologie.de
Bereich
Öffentlichkeitsarbeit:
Gabi
Bott
Ökodorf Sieben Linden 1
D-38489 Beetzendorf OT Poppau
eMail:
info(at)tiefenoekologie.de
Tel.:
0521 - 911 70 97
* www.hoerturm.jimdo.com/die
kleine dott
* www.wdr.de/tv/bab/sendungsbeitraege/2011/2601/bienen.jsp
Bis
zum Frühjahr 2012 werde ich mich weiterhin vertrauensvoll der
Führung anvertrauen, die mich bislang durch das Sabbatjahr
geleitet hat.
Eine
besonders wichtige Station, zu der ich
„geführt“
wurde, ist in diesem Jahr die Ausbildung „Praxisorientierte
Neue Homöopathie“ bei Johanna
Gräf-Petzoldt im RAMANDALA-Institut
– www.ramandala.de. Bei
ihr lerne ich staunend und begeistert, dass
„ganzheitlich“
bedeutet, wie wir alle eingebunden sind in eine untrennbare
Lebensenergie-Einheit, in ein liebendes Universum. Wir müssen
nur lernen, es zuzulassen.
Bei Johanna
Markl durfte
ich 7 Jahre Geomantie-Ausbildung erleben –
Institut
für Geomantie –
geomantie-online.de.
Diese Ausbildung ist für mich Grundlage für alle
wichtigen
Unternehmungen, auch den Mut, auf Führung zu vertrauen. (Das
war für mein Ingenieur-Gehirn gar nicht so einfach!)
So
fügt sich mein geomantisches Wissen übergangslos in
das,
was ich neu lerne und schlägt sich nieder in dem, was ich tue,
vor allem die Art, wie und was ich innerhalb der Heilpflanzenschule
lehre.
Ein
großes Danke an Euch und an meine Lehrerinnen, die ich
eingangs
geehrt habe.
|
|